Sonntag, 5. Februar 2017

"Dann bin ich eben weg" von Christine Fehér - cbt Verlag



Obwohl Sina nicht dick ist, passt sie in die geile Jeans von Melli nicht rein. Als sie eines Tages die Butter auf dem üppig belegtem Käsebrot ihrer Mutter hervorquellen sieht, überkommt sie der Totalekel. So dick und frustriert will sie nicht werden! 
Sina beginnt eine Diät. Bald passt sie in die Jeans - und endlich beachtet sie auch ihr heimlicher Schwarm Fabio.
Doch irgendwann kann sie nicht mehr aufhören mit dem Kalorienzählen. Als die anderen merken, was mit ihr los ist, ist Sina schon viel zu dünn...


Mich persönlich interessiert das Thema Ernährung, also Ernährungsweisen, sowie Krankheiten und Mängel bezüglich zu Essen, sehr. Es ist zwar oft auch wirklich schlimm, doch finde ich es interessant zu erfahren, was einen Menschen dazu bringt, immer weniger zu essen oder sich absichtlich zu übergeben. 
Das Buch "Dann bin ich eben weg" bringt das sehr komplizierte Thema Magersucht wirklich authentisch rüber. 
In diesem Buch wird nichts beschönigt und die harte Realität wird dargebracht, denn viele Menschen, vor allem jugendliche Mädchen, sind von einer Essstörung, ob nun Bulimie oder Anorexie betroffen. 
Ein Problemen stellt eine Essstörung aber auch für die Familie und die Freunde dar. Oft reagieren die Menschen im Umkreis der, von einer Essstörung betroffen Personen, falsch. Meist wird die kranke Person mit der Aufforderung zu Essen bedrängt, das hilft jedoch nicht zwingend. Häufig macht es die Situation noch schwieriger und in diesem Buch wird das sehr in den Vordergrund gestellt.
Ich finde Sina als Protagonistin sehr passend, denn schein ihr Leben gut zu laufen und trotzdem fällt sie einer Magersucht zum Opfer. So sieht man, dass eine fröhliche Person möglicherweise bloß ein guter Schauspieler ist und das eine scheinbar schönes Leben voller unbewältigbarer Auf und Abs ist.
Dieses Buch ist nicht nur sehr gefühlsvoll, sondern die Nähe zur Realität macht es auch sehr erschreckend. Die Tatsache, dass aus einer Diät so schnell zu einer erst zunehmenden Essstörung werden kann, kann sehr Furcht einflößend sein. 

Ich gebe 5 von 5 Buchewigkeiten

Eure Ju


Im Deutschunterricht hatte ich die Aufgabe einen Brief aus Sinas Sicht zu schreiben. Es soll auch eine Warnung an alle sein, dass eine Essstörung eure Probleme nicht wett macht und vielleicht hilft es euch, wenn eine Freundin oder ein Freund von euch mit einer Essstörung zu kämpfen hat:

Liebe unbekannte Freundinnen und Freunde von Menschen mit Problemen wie ich sie hatte!
Das Schönheitsideal der Schlankheit, die Ästhetik, spielt eine große Rolle in der heutigen Zeit. Oft kann man sich nicht dagegen wehren. Man will durch eine Diät ein paar Kilos verlieren. Eure Freundin oder euer Freund hat sich selbst ein Idealgewicht gesetzt. Sie sagen sich: "Nur noch fünf Kilos, dann habe ich das 'perfekte' Gewicht". Doch aus fünf werden bald acht Kilos, dann zwölf und dann hat der Schlankheitswahn sie schon mit eisernem Griff gefangen.
Bald ist ihr Körper nur noch Haut und Knochen, doch wenn sie in den Spiegel blicken, sehen sie nur überflüssiges Gewicht. Eure Freundin oder euer Freund isst immer weniger und das Fehlen lebenswichtiger Vitamine und Mineralstoffe entzieht ihrem Körper jegliche Kraft. Der Verzicht auf alle Speisen mit zu vielen Kalorien ist auch ein Verzicht auf lebensnotwendige Nährwerte. Doch fühlt sich eure Freundin oder euer Freund nur in einem dünnen Körper wohl. 
In dem krankhaften Schlankheitswahn bleibt ihr oder ihm nur ein Gedanke im Kopf: "Ich bin immer noch zu dick! Ich muss mehr Gewicht verlieren, darf nicht zu viele Kalorien zu mir nehmen!" Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass dieser Gedanke Besitz von einem ergreift. Sich im Kopf festsetzt und nicht mehr loslässt. Keine anderen Überlegungen zulässt. 
Eure Freundin oder euer Freund erden von inneren, bösartigen Stimmen geleitet. Lassen sich nicht nicht mehr helfen, wollen nicht einsehen, dass die Menschen, die ihnen nahe stehen, nur Gutes wollen. Sie können und wollen keine Hilfe annehmen und werden immer verschlossener. 
Eine Möglichkeit der Eltern des essgestörten Kindes ist vielleicht, ihm bei einem gewissen Gewicht etwas zurück zu geben, das ihm wichtig ist. Zum Beispiel, es bekommt bei einem Gewicht von 47 Kilo das Handy zurück. Wenn sie sich ein eigenes Ziel setzte, kann dies ihren Genesungsprozess beschleunigen. Sie zum Essen zu zwingen wird eure Freundin oder euren Freund nicht dazu bringen, etwas zu sich zu nehmen. Wenn sie es nicht selbst wollen, werden sie nicht an Gewicht gewinnen. Ihr werdet erleben, wie machtlos ihr als Freundinnen und Freunde seid. Macht euch keine Vorwürfen, sondern holt euch Rat von professionellen Menschen, wenn ihr merkt, dass jemand aus eurem Umfeld in einer so lebensbedrohlichen Sucht zu schlittern droht. Sprecht mit Vertrauenslehrerinnen, wendet euch an euren Hausarzt oder eure Hausärztin oder ruft bei Rat und Draht an. Sie können Tipps geben, wie ihr die Betroffenen dazu bewegen könnt, Hilfe anzunehmen.
Essstörungen haben so vielfältige Ursachen, dass ihr alleine hilflos seid. Es kann den Ursprung in einem Verlust einer geliebten Person haben, sowie der Wille nach einem schlanken Körper, möglicherweise ist es aber auch etwas ganz anderes. 
Vielleicht ist es am besten mit eurer Freundin oder eurem Freund über ihre oder seine Probleme zu sprechen. Vielleicht ist es das Beste, wenn ihr einfach nur in dieser schlimmen Zeit für diese Person da seid, denn vermutlich braucht sie bloß ein offenes Ohr.
Obwohl eine Essstörung ein Hilfeschrei nach Zuwendung, Liebe und Aufmerksamkeit ist, werdet ihr weggestoßen, so wie ich es mit meinen Freundinnen auch gemacht habe.
Es kann sein, dass richtige Wut in euch aufsteigt, da ihr das Gefühl habt "erpresst zu werden, denn manchmal haben Essgestörte die Angewohnheit ihre Krankheit anderen gegenüber auszunutzen. Doch trotz dieser Tatsache sollt ihr für eure Freundin oder euren Freund das sein, denn auch wenn sie es nicht zeigen können oder wollen, sie brauchen euch. 
Eure Sina

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