Donnerstag, 27. April 2017

{Rezension} "Homevideo"













Titel: Homevideo
Autorin: Karin Kaci
Verlag: Carlsen
Seiten: 192


Inhalt

Intensiv, drastisch und bewegend - das Buch zum vielfach ausgezeichneten TV-Film "Homevideo"
Jakobs Kamera ist wie ein Tagebuch. Mit ihr filmt der 15-Jährige, was ihn bewegt. Doch dann gerät ein selbstgedrehtes, intimes Video durch Zufall in die Hände von Mitschülern, die es ins Netz stellen.
In kürzester Zeit verbreitet es sich in der ganzen Schule und nicht nur dort. Jakob wird ausgelacht, angemacht, gemobbt. Seine Freundin zieht sich von ihm zurück. Lehrer und Eltern wissen kaum, wie sie mit der Sache umgehen sollen. Keiner kann helfen, keiner kann die Hassbotschaften stoppen. Und das Unglück nimmt seinen Lauf.


Meine Meinung

Auch wenn ich den Film nicht gesehen habe, ist es mir während des Lesens immer so vorgekommen, als wäre das Buch andauernd darauf bedacht, nur das darzustellen, das auch der Film zeigt. Daher konnte es mich oft auch nicht so wirklich überzeugen.
Ich habe gefunden, dass sich die Geschichte etwas zieht. Denn die Mobbing-Geschichte nimmt erst im letzten Drittel oder Viertel Platz. Deshalb hat sich für mich das alles sehr in die Länge gezogen.
Innerlich war ich immer von einer gewissen Unruhe erfasst, weil ich mich auf das Schlimmste vorbereitet habe. Deshalb habe ich fiebrig dem knallharten und direkten Schreibstil gefolgt.
Und auch wenn mich das Ende stellenweise schockiert und überrascht hat, war es etwas unverständlich. Wenn man will, kann man aber auch hinein interpretieren, dass das Thema Mobbing nicht immer, oder eigentlich nie, ein vorhersehbares Ende einnimmt. 
Man kann sich sehr schnell in Jakob hineinfühlen. Seine Eltern führen eine zerrüttete Ehe und als Jugendlicher, Pubertierender, ist auch das Schulleben nicht immer einfach sowie auch die Liebe oft einen Keil in das Glück schlagen kann oder es verdoppelt. Die Schwierigkeit als Erwachsenwerdender einen Platz im Leben zu finden verbindet einen als jugendlichen Leser mit Jakob.
Dieses Buch zeigt sehr stark, wie schnell ein Leben in tausende von Splittern zerbrechen kann und welche großen Auswirkungen Mobbing hat. Dies regt dann auch zum Nachdenken an, vor allem, weil es für mich ziemlich schockierend war, dass Freunde von ihm dieses intime Video immer weiter geschickt haben. Was treibt sie dazu an, ihm solch seelisches Pein zuzufügen? Die Gedanken drehen sich auch darum, dass dieses Thema ziemlich präsent ist, denn immer wieder müssen Kinder und Jugendliche unter Mobbingangriffen leiden und besonders Cyber-Mobbing zieht seine Runden durch unsere Gesellschaft aus Sozial Media bezogenen Jugendlichen.
Mir hat die Einteilung der Kapitel in diesem Buch gar nicht gefallen. Wie schon erwähnt, war das Buch einfach zu sehr auf den Film bezogen und so wurden Szenen, die eigentlich für mich persönlich bloß einen Platz im Hintergrund einnehmen, nach vorne geschoben. 

Fazit

Trotz ein paar Tiefen hinterlässt diese Geschichte einen starken Eindruck und regt zum Nachdenken über das Thema Mobbing an.
Darum gebe ich 3,5 Buchewigkeiten her.

Eure Ju 

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