Sonntag, 16. April 2017

{Rezension} "Orange 1"













Titel: Orange 1
Autor: Ichigo Takano
Verlag: Carlsen Manga!
Seiten: 224



Inhalt:

"Liebe Naho..."
...nicht ungewöhnlich, dass ein Brief an Naho mit dieser Anrede beginnt. Aber da will doch jemand tatsächlich Naho Takamiya weismachen, dass ihr zukünftiges Ich sich selbst diesen Brief geschrieben haben soll!
Ein Brief aus der Zukunft?! Naho glaubt das natürlich erst nicht, doch dann geschehen die Dinge wirklich so, wie sie in dem Brief beschrieben wurden. Etwas Schlimmes scheint sich in ihrem Leben anzubahnen, und sie beschließt, das Schicksal zu ändern...

Meine Meinung:

Zu Beginn fragt man sich sicher was dieser Titel mit der Handlung zu tun hat. Was hat Zeitreisen mit einer Zitrusfrucht zu tun? Dies erklärt eine Szene selbst. Die Protagonistin Naho trinkt in ihrem Zimmer einen Orangensaft geprägt von dem eigenen Liebeskummer. Für sie hat dieser Saft den Geschmack von Süße und Sauer und hat deshalb etwas trauriges an sich, denn haftet die Dualität des Seins an ihr. Die Süße, welche Liebe und Freundschaft an sich haben. Und Verlust oder Trauer, die einen sauren Beigeschmack tragen.
Ich verbinde diesen Manga aber auch mit der Farbe Orange, denn hebt diese Geborgenheit und emotionale Wärme hervor, wie es auch in dieser Geschichte der Fall ist. Die orange Farbe beeinflusst Depression und Antriebsarmut im positiven Sinn und Naho versucht in dieser Geschichte Kakerus innere Dämonen zu vertreiben.
Besonders für mich war auch, dass ich mich sehr gut mit der verschiedenen Personen in den unterschiedlichen Situationen identifizieren konnte und mich hin und wieder selbst gesehen habe.
Aber ein Brief aus der Zukunft kann nicht die Charaktereigenschaften ändern. So wird Naho auch durch dieses Schriftstück nicht mutiger und traut sich nicht mehr. Und hat es überhaupt so viel Nutzen den Anweisungen des zukünftigen Ichs zu folgen? Vielleicht wirkten sich andere Handlungen schlecht auf die Zukunft aus...
Dieser Manga veranschaulicht, dass jede einzelne Handlung oder Entscheidung Auswirkungen auf die Zukunft hat. Jedes "Ja" und jedes "Nein" kann sich positiv auf Zukünftiges aufwirken, aber genauso gut Schlechtes mit sich ziehen. Das Leben besteht aus einem Geflecht aus Wegen und diese können ins Schlechte aber auch ins Gute führen, denn nichts ist vorherbestimmt. Man kann nie genau wissen, welche Folgen das eigene Tun hat, oder wie sich die Tat eines anderen auf einen selbst auswirkt.
Diese Geschichte ist sehr bewegend verpackt und spiegelt den Alltag von Jugendlichen wider, die mit verschiedenen Situationen aus ihrem Leben kämpfen. Mir war sehr oft zum Weinen zu mute, denn ergreifen in diesem Manga herzergreifende Szenen meist die Oberhand. 

Wäre das nicht cool, wenn man in die Vergangenheit reisen könnte? Oder wenigstens seinem früheren Ich einen Brief schicken könnte wie Naho es gemacht hat? Oder heißt es: ...wie Naho es machen wird? Immerhin schickt sie aus der Zukunft einen Brief in die Gegenwart, also eigentlich die Vergangenheit der zukünftigen Naho...eigentlich müsste es eher heißen: ...wie Naho es gemacht haben wird? Also bräuchte man für solche Fragen nicht das Futur 2?
Was würdet ihr eurem Vergangenheits-Ich sagen? Gibt es Dinge, die ihr bereut und welche ihr gerne durch solch einen Brief ungeschehen machen würdet? Oder Entscheidungen, die ihr falsch getroffen habt und deren Umkehrung ihr euch wünscht? 
Im umgekehrten Fall: Was würdet ihr machen, wenn ihr einen Brief eures zukünftigen Ichs bekommt? Könntet ihr glauben, dass das real ist oder würdet ihr es eher für einen dummen Scherz halten? Was wäre wenn sich die Dinge in einem solchen Brief bewahrheiten? Hättet ihr genug Mut und Vertrauen in euch selbst um etwas zu verändern um somit weniger in eurer Zukunft bereuen zu müssen? Doch wenn ihr etwas falsch macht, könnte es doch auch geschehen, dass noch mehr Sorgen auf eurem Herzen lasten...

Anhängen an den Manga "Orange" gibt es noch einen Kapitel des Zusatzmangas mit dem Namen "Spring-Colored Astronaut". Dieser ist aber meiner Meinung nach eher geeignet für Mädchen, denn handelt er von den eineiigen Zwillingen Mami und Chiki, sowie dem perfekten und super-heißen Typen namens Yui.

Fazit:

Eine sensibel erzählte Geschichte, die sehr nahe geht, da man sich leicht mit den Charakteren identifizieren kann. Trotz der "Magie", die in der Zeitreise steckt ist es sehr realistisch und deswegen wirklich bewegend.
Ich vergebe 5 von 5 Buchewigkeiten.

Eure Ju

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen