Donnerstag, 27. April 2017

{Rezension} "Wie ich dich sehe"













Titel: Wie ich dich sehe
Originaltitel: Not if I see you first
Autor: Eric Lindstrom
Verlag: Carlsen
Seiten: 352


Inhalt

"Ich bin wie du mit geschlossenen Augen, nur schlauer!"
Das ist Parkers Credo, und sie hat ein strenges Regelwerk aufgestellt, wie sie behandelt werden will. Seit der Trennung von ihrem Freund Scott und dem plötzlichen Tod ihres Vaters verlässt sie sich nur noch auf sich selbst. Für jeden Tag, an dem sie nicht heult, gibt sie sich einen Goldstern.
Sie trainiert fürs Laufteam - sie mag ja blind sein, aber ihre Beine funktionieren noch. Und ansonsten hält sie sich die meisten Leute mit Ruppigkeit vom Hals: Mitleid nicht erwünscht. Bis Scott ihrer Liebe doch noch eine Chance geben will...

Meine Meinung

Die Ich-Form von Parker, aus der dieses Buch geschrieben ist, ist bewundernd. Bewundernd, dass der Autor so ein gutes Gespür für die Gedanken eines Jugendlichen hat. Und bewundernd, dass er eine so glaubwürdige Sicht einer Blinden schafft.
Was ich gut fand,ist, dass kein großes Drama um die Blindheit von Parker oder ihr sonstiges Leben gemacht wurde und trotzdem eine einfühlsame und besondere Stimmung aufgebaut wurde. Die Erzählung war glaubhaft und doch habe ich mir etwas mehr Beschreibungen bezüglich anderer Sinnesorgane gewünscht. Immerhin ist es Parker verwehrt etwas zu sehen, auch kann sie keine Lichteinwirkungen wahrnehmen, deshalb hatte ich mir gedacht, mehr Schilderungen von Geräuschen oder Gerüchen vorzufinden.
Parker ist eine wirklich interessant, authentische sowie zutiefst starke und eigensinnige Protagonistin. Das Leben war scheinbar nie wirklich auf ihrer Seite, denn als sie klein war verursachte ihre Mutter einen Autounfall, bei dem diese starb und Parker selbst erblindete. Dann verriet ihr bester Freund sie auf schreckliche Art und Weise, später stirbt auch noch ihr Vater und ihre nicht sehr engen Verwandten ziehen bei ihr ein. 
Diese Erlebnisse haben sie eine Schutzwand um sich aufbauen lassen, bestehend aus Selbstironie, Ruppigkeit, Ehrlichkeit und Regeln, die niemand überschreiten darf. Das finde ich aber sehr nachvollziehbar, denn gehen solche Geschehnisse nicht ohne Auswirkungen an einem vorbei.
Es ist oft wirklich interessant, denn Parkers Gedanken drehen sich meist nur um sich selbst sowie das bei vielen Menschen der Fall ist. Das ist zwar etwas nervig und teils fast traurig, aber leider ist es so, dass viele Menschen nur auf sich selbst bedacht sind. Hin und wieder ist mir in den Kopf gekommen, dass Parker wirklich blind ist. Aber nicht bezüglich der Blindheit ihrer Augen, sondern der, ihres Einfühlungsvermögens und ihres Inneren, denn hat sie scheinbar kein Gefühl für die Sorgen und Probleme anderer. Sie meint zwar ehrlich zu sein, aber hin und wieder führt das in verschiedenen Situationen nicht weiter. Manchmal aber ist sie gut darin die Wahrheit zu sagen und so anderen auch zu helfen. 
Mir hat sich während des Lesens oft die Frage gestellt, wie weit man sich auf seine Augen verlassen darf und kann. Wäre es in manchen Situationen vielleicht besser, nicht auf das zu achten, das wir sehen? Möglicherweise sollten wir nicht nur auf das scheinbare Aussehen von etwas schauen. Das könnte und hin und wieder in unserem Leben weiter verhelfen.
Ich habe das Buch an einem Nachmittag gelesen und deshalb kam das Ende leider sehr abrupt für mich. Ich hätte noch in alle Ewigkeit weiterlesen können.

Fazit

Parkers ironische Art sorgt für viele charmante und witzige Szenen. Außerdem wird einem das Thema Blindheit auf authentische und bewegende Weise näher gebracht. 
Ich habe das Buch förmlich verschlungen und deshalb vergebe ich 5 von 5 Buchewigkeiten.

Eure Ju

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