Freitag, 19. Mai 2017

{Rezension} "Lilith - Baum das Lebens"














Titel: Lilith - Baum des Lebens
Autor: Sven Schmidt
Verlag: Alnilam
Seiten: 503

Inhalt

Lilith ist ein junges Mädchen und lebt zusammen mit ihrer Familie und ihren Freunden Adamah und Chawah im Garten von Eden. Das außerirdische Volk der Neteru züchtet in dieser Gentech-Anlage unterschiedliche Chimären. Zu ihnen gehört auch Liliths kleiner Freund Tanet, der eine Mischung aus einem Papagei und einem Neter ist.
Nach dem Essen einer gentechnisch veränderten Frucht erkennt Lilith, dass die Menschen künstlich designte Produkte sind; nur dazu erschaffen, um den Igigu als Arbeitstiere zu diesen. Lilith gibt die Frucht anderen Menschen zu essen, um sie so von der grausamen Wahrheit zu überzeugen. Doch Ekimmu, der Leiter der Forschungsanlage, erfährt von Liliths Plänen und durchkreuzt sie. Er strebt nach Unsterblichkeit, die er nur vom Königskaiser selbst verliehen bekommen kann. Obwohl der Baum des Lebens im Zentrum des Gartens von Eden steht, ist es auch ihm verboten die Früchte zu essen.
Lilith nimmt den Kampf um die Freiheit auf und wird so zur ersten großen Heldin der Menschheitsgeschichte.

Meine Meinung

Ich habe dieses Buch auf LovelyBooks gewonnen und freue mich jetzt immer noch riesig über diesen Gewinn.
Schon zu Beginn des Buches wird Lilith mit Tod, Schmerz und Trauer konfrontiert und man kann förmlich mitverfolgen, wie sie der Hass innerlich verändert. 
Dieses Buch trieft fast vor Beschreibungen von den verschiedenen Mischlingen. Ich denke, ich habe noch nie ein so detailverliebtes Buch gelesen, das so mit besonderen Schilderungen von Tieren und Menschen sowie menschenähnlichen Wesen spielt.
Ich persönlich habe jede Menge in diese Geschichte hineininterpretiert.
Zuerst einmal wurde für mich gezeigt, was passiert, wenn man von dem Gewohnten getrennt wird. Wenn einem alles genommen wird, das den sonstigen Alltag prägt und man als selbstverständlich erachtet. So ist es für Lilith wirklich nicht einfach, nachdem sie in die Frucht der Erkenntnis beißt, denn trennt sie sich dadurch von der vorherigen Unwissenheit.
Ein anderer Punkt, der mir durch das Lesen dieses Punktes bewusst wurde, ist, dass wir uns oft so sehr auf uns selbst und unsere Vorhaben fixieren, dass wir alles andere aus dem Auge verlieren und nicht für wichtig ansehen. 
Außerdem klammern wir uns oft an Bekanntes und Gewohntes, dass wir fremde Dinge oft missachten oder abweisen. So wollen zum Beispiel die Verwandten von Lilith nicht einsehen, dass ihnen die Neteru nicht unbedingt fröhlich gesinnt sind, als Lilith ihnen nach ihrer Erkenntnis durch die Frucht erklären will, was wirklich bei ihnen abläuft. Sie halten sich so an dem Glauben fest frei zu sein und nicht hinter den Kulissen von den außerirdischen Neteru gesteuert zu sein, dass sie Lilith Wissen nicht annehmen möchten.
Ein weiterer Gesichtspunkt, der hier behandelt wird, oder zumindest mir erneut klar wurde, ist, dass man nie alles wissen kann. Auch wenn es vielleicht diesen Anschein erwirkt, weil man jede Menge Wissen besitzt, wir werden nie alles begreifen. Trotz der Tatsache, dass Lilith eine gentechnisch veränderte Frucht isst, die ihren Wissenstand erweitert, muss sie viele Dinge schmerzhaft erfahren. Denn Einsicht in verschiedene Sachen muss erarbeitet werden und fliegt einem nicht immer einfach zu. Das muss auch Lilith bitter in Erfahrung bringen.
Für mich war in diesem Buch sehr interessant mehr über die Gentechnik herauszufinden. Denn werden hier Pros und Kontras aufgelistet, die beide bestechend und überzeugend sind. Am Anfang dieses Buches wird bloß die schlechte Seite der Gentechnik in den Vordergrund, doch am Schluss werden dieses von jeder Menge Vorteile abgeschlachtet.
Ich habe Lilith eine sehr faszinierende Protagonistin gefunden. Hin und wieder hat sie sehr naiv gewirkt und ihr Glaube, alles zu wissen, hat sie manchmal Fehler begehen lassen. Doch dann konnte sie im Nu die verschiedensten Situationen auffassen und durchschauen.
Am Schluss war es, als glaubte jeder den anderen zu durchschauen und ihm einen Schritt voraus zu sein, nur um das hinters Licht geführt zu werden. Außerdem war das Ende wirklich überraschend und unerwartet und konnte mich deshalb noch mehr für das Buch begeistern.

Fazit

Ein sehr interessantes Buch, das mir jede Menge neues Wissen über die Gentechnik einbrachte und die Schöpfungsgeschichte von einer ganz anderen Seite aufzieht, die teils wirklich erschreckend und dann überraschend war.
Deshalb gibt es von mir 5 von 5 Buchewigkeiten.

Eure Ju

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