Freitag, 2. Juni 2017

{Rezension} "Das vergessene Erbe"














Titel: Das vergessene Erbe
Autorin: Tereza Vanek
Verlag: bookshouse
Seiten: 630


Inhalt

Sarah Walter steht wieder einmal vor den Scherben einer gescheiterten Beziehung und ihre Karriere als Modedesignerin will auch nicht so recht vorankommen. Um ein paar Tage ausspannen zu können nimmt sie daher erleichtert die Einladung ihrer Großtante an. Auf deren Speicher stößt sie auf die Hinterlassenschaften einer Vorfahrin, die zu Lebzeiten eine kleine Berühmtheit war. Antonia Walter, Sozialistin und Suffragette, verbrachte fast zwanzig Jahre im zaristischen Russland. Sarah kannte sie bisher nur als Verfasserin eines politischen Buches. Nun entdeckt sie Hinweise, dass ihre Vorfahrin unter den Folgen einer verbotenen Liebe litt. Neugierig fliegt sie nach Russland, um nach weiteren Spuren zu suchen. So wird Sarah in ein Abenteuer verstrickt, das sie mit ihrer ersten Jugendliebe zusammenführt und sie die Tiefen echter Leidenschaft entdecken lässt.

Meine Meinung

Wieder muss ich mich bei Lovely Books und natürlich auch Tereza Vanek für den Gewinn dieses Buches bedanken!
Ich wollte schon immer einmal nach Russland reisen und mir die russische Sprache beibringen und dieses Buch hat mir eine Möglichkeit gegeben, mich dorthin zu versetzen. Während des Lesens war es so, als wäre ich wirklich dort. Entweder fesselte mich das 20. Jahrhundert an sich oder ich war von dem russischen Dasein in der heutigen Zeit gefangen. Denn einerseits geht man als Leser mit Sarah durch Russland, den Hinweisen der Vergangenheit auf der Spur. Folgt ihr auf ihrer Suche nach ihrem Cousin Daniel und dem Schmuck ihrer Vorfahrin. Andererseits erlebt man den Alltag von ihrer Ururgroßmutter Antonia, die Liebe zu historischen Details lässt einen wunderbar in das zaristische Russland eintauchen. 
Die historischen Recherchen bringen einen die Revolution Russlands näher und auch ohne Vorwissen bezüglich der russischen Geschichte, kann man den Umbruch ohne Probleme verfolgen. Denn braucht man nicht viel geschichtliches Verständnis um nach verfolgen zu können, dass sich viele der niederen Bürger gegen den Zar stellen, um ihn zu stürzen.
Die Charaktere sind authentisch und wunderbar ausgeführt. Sofort entwickelt man Empathie für die verschiedensten Charaktere oder man lernt sie zu hassen. 
Sarah hatte auf mich den Eindruck erwirkt, als suche sie noch ihren Platz im Leben, als bräuchte sie die Freiheit über sich selbst. Für mich war ihre Reise nach Russland daher nicht nur dazu da, um den Schmuck ihrer Großtante zu finden, sondern vor allem, um sich selbst zu finden.
In diesem Hinblick sind sich Sarah und Antonia sehr ähnlich. Denn für mich schien es, als hätte auch Antonia ihren Weg im Leben noch nicht ganz gefunden.
Das Einflechten von Rasputin und Stalin hat mich wirklich beeindruckt. 
Auch die Dialoge waren interessant nach zu verfolgen, denn kommt es zu Verknüpfungen von Deutsch, Englisch, Französisch und Russisch. 
Die fabelhafte geschichtliche Recherche hat ihr Übriges getan. Mit Leichtigkeit kann man sich in die Vergangenheit versetzen und den damaligen Alltag von Arm und Reich miterleben. Antonia Walter lernt nämlich nicht nur die Welt des Wohlstandes kennen, sondern der Krieg und der Kontakt zu Menschen, die die Leibeigenschaft anstreben, lassen sie später auch einen Mangel an Essen und Wohlstand erleben. 
Dieses Buch spielt mit den verschiedensten Emotionen und der bildliche Schreibstil lässt einen Liebe, Wut, Betrübnis, Erleichterung, Trauer, bis hin zur Angst, hautnah erleben. 
Ein paar Wendungen machen das Buch bis zum Schluss hin spannend und sorgen für den ein oder anderen Überraschungsmoment. 

Fazit

Ein sehr gelungener, lehrreicher historischer Roman, der einem Russland im 20. und 21 Jahrhundert näherbringt.
Darum vergebe ich 5 von 5 Buchewigkeiten.

Eure Ju

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